Sonntag, 13. April 2014

Ein KAL und noch andere völlig neue Erfahrungen

Gab es doch in der Handarbeitsgruppe irgendwann im Februar die Frage, ob wir nicht ein KAL - Projekt starten wöllten. Ich hatte ja bis dato nun schon einiges an Fachbegriffen durch die Strickgruppe gelernt, aber was sollte denn das nun wieder sein. So ging erneut ein Hilferuf raus und bekam auch schnell erklärt, was das sei. 
KAL ist die Abkürzung für ein englisches "Knit along". Hier arbeiten viele Stricker(innen) zur selben Zeit am gleichen Projekt. Allerdings jeder mit Materialien nach seiner eigenen Fasson. Während des Strickens kann man sich austauschen und bei entstehenden Fragen sich helfen. 
Das versprach spannend zu werden. Gestrickt werden sollte ein Lacetuch vorgestellt im SWR. Ok auch hier galt es für mich neue Erfahrungen zu sammeln, denn ich hatte noch nie mit Lacewolle gearbeitet. 
Also traf ich mich recht schnell mit meiner Strickjule und bekam eine Superberatung zu dem Thema Lace-Wolle-Tuch und schnell hatte ich meine ersten beiden Lacebobbel gefunden. Entschieden hatte ich mich für einen Zauberball von Schoppel aus 100 Merinowolle. 


Irgendwann war es dann soweit, es gab den Startschuss und ich machte entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten doch eine Maschenprobe. Sollte ich doch nach dem Rat meiner Strickjule für den Hauch von Garn so eine dicke Nadel nehmen.....nein oder doch? So nadelte ich die Probe mit einer 3,5er und einer 4er Nadel.......


Da ich den Unterschied kaum merklich fand, fiel meine Wahl auf die größere Nadel. Nun kam die Herausforderung schlichtweg.......es galt knapp 400 Maschen aufzunehmen ohne sich zu verzählen.......Auch die ersten Reihen erforderten etwas Konzentration, da eine falsche Maschenzahl oder ein Umschlag allein das entstehende Lacemuster völlig verschieben würde. Selbstverständlich kam es, wie es kommen musste....Auch mir blieb es nicht erspart nach der dritten Reihe alles aufzudrusseln. Genauso schnell wie alles wieder auf dem Bobbel aufgewickelt war, hatte ich einen neuen Anfang gemacht, der diesmal auf die Masche genau stimmte. Durch das Lacemuster war nicht langweilig die schier endlosen Reihen zu stricken.



Mittlerweile wurde ich doch von Zweifeln gepackt, ob es richtig war, mit dieser Nadelstärke zu stricken. Aber ich strickte weiter. In der Gruppe gab es auch erste Zwischen- und sogar schon einige Endergebnisse von wunderschönen Tüchern. So schnell war ich nun auch wieder nicht, zumal doch in der Freizeit allerhand schöne größere und kleinere Unternehmungen mit den Bergfreunden anstanden. Doch nun sprang auch mir vor ein paar Tagen das Tuch von der Nadel.......

hier im ungespannten Zustand

Nun galt es noch das Tuch zu baden und im gespannten Zustand zu trocknen. Das ging alles schneller als gedacht.


Durch Sonne und Wind trocknete das Tuch aus dieser hauchzarten Wolle sehr schnell und ich war nun völlig gespannt auf das Endergebnis.....und was soll ich sagen.....Es war jede Bedenken, jede einzelne Masche, ob aufgedrusselt oder gestrickt wert........und ich haben allerhand gelernt......
Die Lacewolle kommt erst richtig zur Geltung, wenn sie gespannt ist, es ist richtig mit scheinbar zu großen Nadeln zu stricken, auch nach dem spannen verliert es nicht seine Form und ich haben mein recht gleichmäßiges Strickbild wieder gefunden. 



Ingesamt ist dies Tuch sehr leicht zu stricken, die Anleitung sehr verständlich und es ist weder langweilig noch langatmig............
Es misst eine Größe von ca 170x58 cm und ich habe 130gr verstrickt.
Doch nun schaut selbst........



Kommentare:

  1. Das Stricken im KAL macht eigentlich immer sehr viel Spaß. :) Leider fehlt mir dafür oft die Zeit. Aber Dein Tuch ist klasse. Da hat sich die Mühe definitiv gelohnt. :)

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    1. Danke dir!
      Jaaaa und du hast Recht, das hat es definitiv - Spaß gemacht :-) und ich mach, wenn es die Zeit zulässt, beim nächsten auch sicher wieder mit :-)

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