Montag, 3. Februar 2014

Rosenberg Grundmühle (05. Januar 2014)

Heute sollte es mit ein, zwei drei vier vielen Bergfreunden zu einer Wanderung nach Böhmen in ein mir wohlbekanntes Gebiet gehen. Nach einem herzlichen Hallo zu einer moderaten Zeit am vereinbarten Treffpunkt verteilten wir uns auf die Autos und fuhren nach Rosenberg/Ruzova einer kleinen Gemeinde am Fuße des gleichnamigen Berges. Etwas ausserhalb des Ortes parkten wir die Autos ab und stiefelten los gen unseres ersten Tageszieles, was sich heut im Schutz tief hängender Wolken nicht zu erkennen geben wollte......


Der Rosenberg/Ruzovsky vrch misst eine Höhe von 619m und ist mit seiner runden Kegelform von weit her gut auszumachen und ein guter Orientierungspunkt. Man findet hier Sandstein, als auch Basalt. Der Berg ist bewaldet mit Buchen, Ahornbäumen und Bergulmen. 
Je höher wir dem serpentinenartigen Weg folgend kamen, umso dichter drangen wir in den Nebel ein. So war es irgendwann fast unmöglich die nur ein paar wenige Meter vor mir laufenden Freunde noch zu sehen. 


Der Gipfel wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit einem Aussichtsturm und einem Berggasthof erschlossen. Leider war beiden kein langes Leben beschieden. Die Gastwirtschaft brannte nach ca 50 Jahren ab und der Turm existierte auch nur etwa 5 Jahre länger. Heute findet man als Zeitzeugen noch Reste alter Grundmauern und ein hölzernes Gipfelkreuz. Aber auch ein Gipfelbuch, in das sich die Besucher eintragen können. 


In der unbelaubten Jahreszeit hat man normalerweise eine Chance zwischen den Bäumen hindurch zu sehen und einen Blick in das Bergland zu werfen. Dies sollte uns heut nicht vergönnt sein. Nichts desto trotz, nutzten wir die schaurig schöne Stimmung, die der Nebel zauberte und es wurde der Kocher ausgepackt,  um einen  frischen wärmenden Schluck Glühwein zu bereiten. Nach angenehmen Pause stiegen wir wieder hinab, diesmal auf der anderen Seite des Berges. Der Nebel begann sich zu lichten und als wir aus dem Wald traten,  eröffente sich uns folgender Blick. 



Dem Feld- und Wiesenweg folgend, wurde es sogar recht hell und für wenige Momente lichtete sich er Himmel und gab der Sonne eine Chance uns mal anzulächeln. So führte uns der Weg in das kleine Dörfchen Windisch Kamnitz/Srbska Kamenice. Das Dorf kann eine etwa 1000jährige Geschichte aufweisen. Alten Überlieferungen zufolge soll hier vor etwa 1000 Jahren eine kleine Ansiedlung entstanden sein. Ende des 13. Jahrhunderts entstand die Kirche und der Grundstein für das heutige Dorf war gelegt. Nach einer Einkehr in ein Gasthaus mit sensationell gutem Essen, aber unschaffbar großen Portionen, wollten wir den Aussichtspunkt auf das Dörfchen nicht ignorieren. Und man glaubt es kaum, im Hintergrund zeigte sich der von uns vorher erklommene Rosenberg schon ein Stückchen mehr. 


Die Aussicht wieder hinab, noch einmal quer durch das Dorf und wieder ab in den Wald. So ging es bergauf und -ab ehe wir unsere letztes Tagesziel für heut erreichten, die Grundmühle/Dolsky Mlyn. Die Geschichte der Mühle geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Die Mühle ist, nein war eine Getreidemühle in der bis Anfang es 20. Jh. selbiges gemahlen wurde, dann wurde die Mühle ausschließlich noch als Gasthaus genutzt. In den Nebengeäuden befand sich im 19. Jh. die Finanzpolizei, dann eine Bäckerei. Auch findet man noch Überreste eines Gebäudes in dem sich eine Brennerei befand. Die heutige Ruine ist ein Naturdenkmal des Tschechischen Nationalparks und ehrenamtliche Helfer setzen sich für den Erhalt des Denkmals sehr aktiv ein. 


Allerdings hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und es regnete reichlich und fröhlich vor sich hin. Also hielten wir uns hier nicht zu lange auf und traten in aller Gemütlichkeit den Heimweg an. An den Autos wieder angekommen, hatten wir eine kleine, sehr schöne Wanderung von knapp 18km aber schon einigen Höhenmetern hinter uns. 

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