Sonntag, 24. November 2013

Kurzurlaub auf Rügen (Oktober 2013)


Anreisetag
Es war Sommer und und wir saßen unter einem großen Baum und genoßen einen Schluck ungarischen Wein, schwatzten und da kam eine ganz spontane Einladung von lieben Freunden, ob ich im Herbst nicht mit ein paar Tage in den rauhen Norden fahren wöllte......So verging die Zeit und der Herbst rückte immer näher. Nun sollte es soweit sein und der Urlaub begann. Also Tasche auf den Hexenbesen geschnallt, noch ne Freundin aufgeladen und ab und los.......die Fahrt gestaltete sich völlig stressfrei, die Zeit verging, wir hatten aber auch viel zu erzählen. Irgendwann sollte es dann soweit sein, wir passierten den neuen Rügendamm, und hatten nun nur noch ein paar km auf der Insel zu bewältigen. Im Norden der Insel angekommen, kamen wir nicht umhin und ließen in Glowe den Hexenbesen fallen und sagten dem Meer einfach nur "Guten Tag" ......

angekommen...


Nachdem wir die erste kräftige Brise Salzluft eingatmet hatten, die ersten Meter am Strand lang geschlumpert sind, ein erster Bildgruß an die daheim geblieben raus gegangen war, ging es weiter gen Unterkunft, wo wir von einer Horde lieber Freunde schon erwartet wurden. 
Empfangen wurden wir nach einem großen Hallo mit einem grandiosen Abendessen und wir ließen alle gemeinsam den Tag bei einem Glas Wein  vor'm Kamin ausklingen. 

Tag 1
Am folgenden Morgen nach einem gemeinsamen Frühstück teilten wir uns etwas auf und in einer kleineren Gruppe ging es in den Nordosten der Insel. Unser Ziel waren die Kreidefelsen von Rügen. So galt es erst ein paar km durch wunderbare Buchenwälder, vorbei an einem kleinen See, an Sümpfen zu laufen......


....ehe wir die Steilküste erreichten. Schon Caspar David Friedrich ließ sich nicht nur durch unser schönes Elbsandsteingebirge inspirieren, sonder auch durch die markanten weißen Kreidefelsen der Insel. So steuerten wir unseren Schritt zielgerichtet zur Viktoriaaussicht, welche nach einem Besuch 1865 des damaligen preußischen Königs Friedrich I. und seiner Schwiegertochter  der  Kronprinzessin Victoria von Großbritannien und Irland nach ihr benannt wurde. Hier befinden wir uns auf der kleinen Stubbenkammer. Und ein Blick nach unten bot folgenden Ausblick in die Tiefe.....


Von der kleinen Stubbenkammer hat man auch einen Blick auf die große Stubbenkammer mit seinem markanten Königsstuhl. Als solcher wird ein Vorsprung der Kreidefelsen bezeichnet, der eine Höhe von 118m misst. Als Stubbenkammer an sich, die ja in die kleine und große unterteilt wird, wird die Landschft um den Königsstuhl bezeichnet. Die beiden Teile werden durch eine Schlucht unterbrochen. C.D. Friedrich nutzte dies alles als Inspiration für sein Gemälde.

Blick von der Viktoriaaussicht auf den Königsstuhl

So taten wir es sicher dem C.D. Friedrich gleich und nutzten den Hochuferweg, um von der kleinen Stubbenkammer zum Königsstuhl zu kommen. Für dieses ca 200m² großes Plateau gibt es mehrere Varianten zu dessen Namensfindung. Mir persönlich die Sagen am besten gefallend, soll es so gewesen sein, dass derjenigen der als Erster von der Seeseite her die Kreideklippen hier erklimmen, um oben auf einem Stuhl Platz zunehmen, zum König gewählt würde. Die auf Tatsachen beruhenden Berichte verweißen auf die Jahre 1584 und 1715. 
Von hier aus, kann man bequem über reichlich viele Holzstufen zum Strand absteigen. Diese Stufen sind schon sehr lange existent wurden Mitte der 90er Jahre erneuert. 


Unterhalb dieser imposanten Kreidefelsen sind auch reichlich Besucher vertreten. Da es aber ein reiner Steinstrand ist und das Laufen etwas beschwerlicher, wird es mit jedem Meter, den man in eine der beiden Richtungen läuft ruhiger. Wir hatten uns für den Weg nach Lohme entschieden. Vorwärts kamen wir nur schwer, da unser Blick oft nach unten gerichtet war, um ein paar Hühnergötter zu finden. Jeder hatte so seine eigenen Wünsche, was er finden und damit anfange wolle.....



Die Suche in den Steinen war wie eine Sucht, die es zu befriedigen galt. Nichts desto trotz, schaute ich immer mal auf und beobachtete die sich verändernde Küstenlandschaft....





Neben allerhand Hühnergöttern, die so einiges auch an Gewicht in den Rucksäcken meiner Begleiter mit sich brachten, war auch schönes Treibgut, von Wind, Wasser oder Menschhand gestaltetes Holz zu sehen. 


selbstredend liegt nun auch ein Stein von uns hier

Irgendwann erreichten wir dann doch den Hafen von Lohme und wir stiegen ein paar wenige Höhenmeter die minder hohe Küste auf. Auf dem Heimweg in unsere Urlaubsunterkunft legten wir noch den ein oder anderen Stopp ein, um hier ansässigen Kunstgalerien und Keramikwerkstätten einen Besuch abzustatten. 

mitten in den Steinen hatte dieser Baum für seine Wurzeln einen Platz gefunden


Tag2
Am kommenden Tag wollten wir gern alle gemeinsam etwas Zeit verbringen, uns den rauhen Nordwind um die Nase wehen lassen, die Sonne und die Salzluft genießen und nach fossilen Funden suchen. So war unser Ziel das Kap Arkona. Das Kap an sich wird fälschlicherweise oft als nördlichster Punkt der Insel bezeichnet. Den wahren nördlichsten Punkt findet man aber ca 1km weiter in nordwestlicher Richtung. Das Kap ist ein Flächendenkmal und umfasst ein weiträumigeres Gebiet.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde nach einem Entwurf von Schinkel der hier stehende eckige Leuchtturm errichtet. Nicht ganz 100 Jahre später löste der große Turm das Leuchtfeuer des Kleinen ab. 



Ebenfalls Anfang des 20 Jahrhunderts wurde begonnen aufgrund der exponierten Lage des Kaps, die ersten Bunkeranlagen hier zu errichten. Heut findet man hier noch einen Zugang zum Marineführerbunker und kann sich Zeitzeugnisse der DDR-Geschichte ansehen. 
Heut finden auch Künstler hier oben ihr zu Hause. Sei es mit Schmuck, Karten, Keramik, Bildern oder Sandskulpturen.......


Und was wäre der rauhe Norden ohne die herrlich leuchtenden orangefarbenen Perlenfrüchte an den Sträuchern.......Der Sanddorn ist nicht nur nachdem sie verarbeitet wurden sehr gesund und schmackhaft für Menschen, nein auch die Ziegen haben diese für sich entdeckt.....


Doch nun ging es erst einmal runter an das Meer um nicht nur Eindrücke sonder auch Donnerkeile, Klappersteine, Seeigelstachel und andere fossile Zeitzeugnisse zu suchen und zu finden. 



  
Nach ca drei Stunden fieberhafter Suche trennten wir uns von der Gruppe und stiegen wieder hinauf zum Kap und machten uns auf den Weg nach Vitt.  Vitt ein kleines Fischerdörfen mit Reeddachhäusern, das seine Wurzeln im 13. Jahrhundert hat. Oberhalb des Ortes findet man die kleine Kapelle, welche Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.



Nachdem wir den Nachmittag bei Marzipantorte und Kaffee im Kunsthandwerkshof haben ausklingen lassen, trafen wir wieder auf die anderen und fuhren in unsere Unterkunft. Während die anderen den Tag gemütlich ausklingen ließen und sich über die Zubereitung des Abendessens her machten, schnappte ich mir nochmal das Rad und fuhr gen Bodden. Wollte ich doch nach fast 40 Jahren sehen, wo ich als 4 jähriger Knopf zur Kur war. Und es war offenbar so prägend, dass sich sofort alles wieder erkannte.....die Häuser, ich wusste, wo die Schlafsäle waren, ich erkannte den oft gelaufenen Weg zum Boden, zum Hafen und und und......



Tag der Abreise

Ehe wir den Weg gen Heimat nehmen würden, wollten wir noch ein paar Stunden gemeinsam verbringen. So ging es heut  etwas nordwestlicher des Kaps. Auch hier führten uns wunderschöne Buchenwälder entlang des Hochufers. 



Nun denn sei wie es sei.......sei mit Bergfreunden am flachen Meer und du wirst auch hier einen wunderbaren Blick von oben auf die Landschaft werfen können.......



Abschließend gönnte wir uns noch ein Bad im Salzwasser, was garnicht sooooooo kalt war, wie es schien......es ist alles nur eine Frage der Wahrnehmung....... ehe wir gen Auto gingen um die Heimreise anzutreten.........und ein paar wunderschöne Tage in Gesellschaft lieber Freunde gingen zu Ende.......




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