Montag, 25. November 2013

Ein Hauch von Zauber im Zschand (23.November 2013)

Heut möchte ich euch den Zauber eines ganz typische grauen vernebelten Novembertages näher bringen.....doch von vorn. 
Freuten wir uns doch schon seit einiger Zeit mal wieder auf einen gemeinsamen Wandertag, wie er uns beiden gut gefällt. War doch in der letzten Zeit bezüglich eines solchen irgendwie der Wurm drin. Nun war der frei gehaltene Tag in greifbare Nähe gerückt und es galt zu überlegen wohin. Die grobe Wahl des Gebietes von drei Möglichkeiten überließ ich meinem Begleiter. So fiel die Entscheidung auf die Sächsische Schweiz. Hatte ich da doch wieder drei Vorschläge. Ich hätte mich nicht entscheiden können, weil ich weiß wie schön es überall wäre. Also der Zschand. Und wieder hatte ich ganz spontan drei Runden parat. Ok wir schauen beim Frühstück nochmal in die Karte.  Das Frühstück......oooor da hatte jemand aber Mitleid mit mir......war ich doch am Vorabend noch mit einer Freundin in der Halle mich an deren Wänden austoben. So klingelte der Wecker zu einer gemäßigten Zeit gegen sechs. Selbstverständlich hatte ich wie immer weder den Rucksack noch sonstiges vorbereitet. Also fix alles gemacht, langsam bekomm ich in dem schnellen morgendlichen Tun Routine und pünktlich um sieben gab es frische Brötchen. Nach einem Frühstück und einem schnellen Blick in die Karte ging es eine dreiviertel Stunde später los. Bissl aufgeregt war ich schon, sollte dies heut doch nach einer längeren ungewollten Pause meine erste Rucksackwanderung wieder sein.  
Wir starteten unsere heutige Wanderung im Kirnitzschtal an der Neumannmühle, folgten ein Stück einem breiten Forstweg von dem wir nach einigen hundert Metern rechts in die Spitzsteinschlüchte abbogen. Nachdem wir hier die ersten Höhenmeter überwunden hatten, folgten wir dem Knorrweg einem recht breiten Waldwanderweg. Unserem ersten Tagsziel , dem Winterstein näher kommend wurde der Weg abwechlungsreicher. 



Über den Winterstein (auch Hinteres Raubschloß genannt) und dessen Geschichte berichtet ich bereit in einem vorherigen Bericht. So stiegen wir ersteinmal zu halber Höhe auf und liefen auf einem schmalen Pfad immer entlang des Felsens. 



An einem kleinen Rastplatz angekommen bot sich uns folgender schöner Ausblick. 


Wieder zurück ging es nun an den wohl bekannten Aufstieg an Leitern, Felsstufen usw. Meine Güte, dachte ich mir so, ich dachte früher waren die Menschen noch kleiner und dann diese hohen Felsstufen......


Oben auf dem Gipfel angekommen, legten wir tatsächlich ein Päuschen ein, um einen wärmenden Schluck aus der Thermoskanne zu nehmen. Und der Ausblick und  der Zauber des grauen Novembers hielt uns gefangen........



Irgendwann gilt es vom schönsten Ausblick sich zu trennen, hatten wir doch heut noch weitere schöne Ziele vor uns. Also stiegen wir ab, um auf einem als Bergpfad gekennzeichneten schmalen Weg auf die gegenüber liegenden Bärenfangwände wieder aufzusteigen. Auf den Bärenfangwänden sollte es den Grat vor bis zur Aussicht gehen. Doch dies gestaltet sich schier unmöglich. Meinte doch der Hund  recht passabler Größe und Bissigkeit einer hier picknickenden Gruppe dies als sein Revier verteidigen zu müssen und fiel meinen vor mir laufenden Begleiter an. Dank schneller Reaktion der Hundehalter konnte zum Glück Schlimmers verhindert werden. Den als Entschuldigung angebotenen Glühwein lehnten wir jedoch ab und mit viel Adrenalin im Blut und doch einem unguten Gefühl im Nacken nahmen wir die letzten Meter bis zur Aussicht. 

Blick auf unseren vorherigen Berg, den Winterstein

Galt es doch diese Hürde erneut zu nehmen......vorbei an diesem erneut Zähne fletschendem und bissig knurrendem Hund. Diesmal hielten ihn die Besitzer zur Hundeleine zusätzlich vorsorglich gleich noch mit fest und uns gelang die Flucht. 
Dem Bergpfad weiter folgend gelangten wir auf den Roßsteig, welcher uns vorbei am Katzenstein zum oberen Ausstieg der Richterschlüchte führte.  
Die Richterschlüchte abgestiegen, im Tal auf dem rot markierten Wanderweg angekommen, bogen wir nach rechts und beschleunigten unseren Schritt, weil es A eben ein recht unspektakulärer breiter Forstweg ist, der sich bissl zieht und B nicht zuletzt weil unsere Bäuche richtig Hunger meldeten. Immer noch dem roten Wanderweg folgend bogen wir in die Hickelschlüchte ab und nahmen den Aufstieg in einem eben so flotten Tempo und wir ereichten die Hickelhöhle, welche wir als unseren Picknickplatz auserkoren hatte. Hier befanden wir uns nun unter den Thorwalder Wänden in der 2.größten Höhle der Sächsischen Schweiz. Sie ist eine Schichtfugenhöhle und ist als eine sogenannte Halbhöhle gebildet. In der Tiefe kann sie beachtliche 12-14m und in der Breite 45m aufweisen. Wir ließen uns hier nun nieder, kochten unser Süppchen und stillten den Hunger mit so allerhand Leckerein. 



Blick aus der Hickelhöhle von unserem Picknickplatz

Gestärkt machten wir uns nun an den Aufstieg, was ist als schwieriges Unterfangen heraus stellen sollte. Plötzlich schienen die Beine schwer, die Luft knapp, der Rucksack trotz abgenommener Fülle nicht tatsächlich leichter, das hatte was vom Gefühl einer Everestbesteigung ;-) ....... Nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Höhe angekommen, "aklimatiesierten" wir uns schnell und folgten einem unauffälligen Pfad. Hier begegnete uns noch eine kleine Gruppe Wanderer und nach einem kurzen Hallo und gemeinsam Blick in die Karte, setzten wir unseren Weg fort.






Der Pfad, als auch  Abstieg erforderten nochmal etwas Aufmerksamkeit, da das Laub sehr hoch war, darunter oft sehr rutschige Wurzeln oder Steine. Auch der nasse, bemooste Fels bot wenig Halt. So sahen wir im Tal wieder angekommen, recht lustig aus. Im Tal galt es noch ein Stück recht bequemen Wanderweg durch den Wald zu nehmen, wo ich nicht unbedingt realisierte, dass es im Wald doch gelegentlich Bäume gibt. So machte ich nähere Bekanntschaft mit einem besonders großen und stämmigem Exemplar. Leider hatte dies zu Folge, dass wir nun nur noch den Forstweg nehmen konnten, unser letztes Tagesziel abwählten und unsere Wanderung nach 28km insgesamt 1400Hm (davon 720 im Aufstieg) in der Buschmühle bei einem Bier ein jähes Ende fand. Immer wieder begeistert holten wir uns die wunderbaren Eindrücke des Zaubers den so ein nebliger, sehr stiller, grauer Novembertag mit sich bringt, wieder hoch. 

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