Samstag, 25. Mai 2013

Großstein Ottendorf Arnstein (19. Mai 2013)

Eigentlich schien der Tag heut ins Wasser fallen zu wollen, dies im wahrsten Sinne des Worte und man brauchte dazu nicht einmal die Augen aufzuschlagen. Der Regen prasselte in einer Heftigkeit auf das Dach, dass man eher das Gefühl hatte, sich lieber wieder die Decke über den Kopf ziehen zu wollen. Aber ein freier Pfingsttag und die Aussicht auf einen Kaffee ließ uns den Tag doch lieber starten. Dies mit einem gemütlichen Frühstück, bei dem der Regen offenbar immer noch zunahm. Nun kann man nicht den ganzen Tag frühstücken und so beschlossen wir mutig zu sein und einfach los zu fahren. 
Ich hatte ein Tour oberhalb des Kirnitzschtales ausgesucht, in einer Ecke etwas abseits der touristischen Hauptwege, die zu den Pfingstfeiertagen wie erwartet sehr voll gewesen sein müssen. 
Zwischen der Felsen- und der Neumannmühle stellten wir das Auto ab und starteten in die Wanderung die ohne Regen nun begann. Doch ohweh..... der erste Schreck stellte sich schnell ein. Ich möchte nach wenigen Metern das erste Foto machen, meint doch nicht etwa meine Kamera :"keine Speicherkapazität". Ja klar, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, die Speicherkarte steckte selbstverständlich noch daheim im PC . Nun war gute Rat teuer. Nach einigen hundert metern hatte ich dann die Idee, mich mit dem Handy meines Begleiters zu bewaffnen. Gesagt getan. Allerdings verpassten wir durch meinen anfänglichen Grummel, den Aufstieg, den ich ursprünglich nehmen wollte. Dies merkte ich allerdings erst nachdem wir die Höhe erreicht hatten. Wir hatten talaufwärts linksseitig hinter der Neumannmühle einen kleinen schmalen Pfad nach oben gewählt, statt den hinter der Felsenmühle liegenden grün markierten Wanderweg. Nach einem kurzen Blick auf die Karte, stiefelten wir quer über eine Wiese, eine Forstschneise um dann im Wald auf dem besagten Wanderweg zu landen. 


Immer im Wald entlang, leicht und stet steigend kamen wir unserem ersten Tagesziel immer näher. Die Großsteinaussicht ein ca 180m über dem Kirntzschtal liegender Aussichtspunkt. Das östliche Ende erreicht man über eine kleine Brücke und man kann hier gut mittels zweier Tafeln die zu sehenden Berge und Gipfel zuordnen. 



Hier war es dann doch notwendig die Regenjacken aus dem Rucksack zu holen. Gesagt getan und es ging ein kleines Stück des Weges entlang zurück bis zum nächsten Wegweiser, der uns den Weg nach Ottendorf wies. Als wir den Wald verließen, verdichtet sich der Regen, aber der Weg war deswegen nicht minder schön und wir konnten schon im Hintergrund unseren nächsten Wegpunkt erkennen. Die Endlerkuppe.


Hier befindest sich  ein ehemaliges Jugenderholungsheim. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Seine Nutzung war im Laufe der Jahrzehnte verschiedensten Gesinnungen unterworfen. Unstrittig sind die schöne Lage und die grandiosen Aussichten in alle Richtgungen.



Weiter liefen wir entlang von Feldwegen. Hier zeigten sich die Wiesen in einem satten Grün durchzogen vom Gelb der Butterblumen. 


Mitterweile begannen unsere Mägen sich bemerkbar zu machen. Also legten wir unser Augenmerk auf die Suche nach einer Bank. Das GPS zeigt uns hier einen kleinen Weg, eigentlich nur ein Bogen vom Hauptweg. Aber so entlang des Waldrandes weckte dieser unser Neugierde und wir fanden hier auch eine sehr lauschig gelegene Bank. Eine Bank unmittelbar am Waldesrand in völliger Einsamkeit und mit einem tollen Panorama vor der Nase. Was lag da näher, als hier ein Päuschen einzulegen. 


Nach einem Picknick steuerten wir wieder gen Hauptweg und gelangten direkt zu der Ottendorfer Hütte, einer Herberge und Schankwirtschaft. Nun hieß es ein kleines Stück entlang einer Strasse zu marschieren. Da es aber eine sehr kleine Strasse in dem beschaulichen Dörfchen war, hat es Freude gemacht auch hier mal nach rechts und links  zu schauen. Geschuldet dem verspäteten Regenstart und so mancher Schau-ins-Land-Trödelei war der Tag schon recht fortgeschritten. Das hatte zur Folge, dass wir kurzerhand umentschieden und den ursprünglichen Plan hier über den Haufen warfen und an der Wegeskreuzung gen Arnstein abbogen. Einem schönen Waldweg folgend, ließen wir uns nicht beirren ob dem schwarz drohenden Himmel über uns. 
Der Aufstieg zum Arnstein gestaltet sich recht verwunschen über kleine Holzstiegen, Felstreppchen, hindurch durch eine Felsspalte...



Die Burg Arnstein ist nach dem gleichnamigem Berg auf dem sie liegt benannt. In einer Höhe von 327m thront sie  über dem Kirnitzschtal. Als Höhenburg findet sie ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1436. In ihrer Geschichte stößt man hier wieder auf die Namen der Berken von Duba, Siegmund von Wartenberg, der sehr kriegerische Raubzüge führte. Auf die ganze Geschichte der Burg möchte ich hier jetzt nicht weiter eingehen. Aber unbedingt erwähnenswert finde ich, dass die Burg im Rahmen eines Friedensvertages an den Kurfürsten von Sachsen für 500 Groschen verkauft wurde. Allerdings kam es auch hiermit zum endgültigen Verfall der Burganlage. Es war eine Burg mit Wohnturm, Wohn-, Küchen und Wirtschaftsgebäuden. Heut findet man hier eine Burgrunie mit Steintreppen, einem Burgverlies, einer Zisterne, Felszeichnungen und einem wunderbaren Ausblick in unsere schöne Heimat. 


 

Irgendwann muss man sich vom schönsten Platz trennen, der uns auch noch mit ein paar sonnigen Augenblicken belohnte. So warfen wir noch einen letzten Blick ehe wir wieder in das Kirnitzschal abstiegen. Bei einem Bier in der Buschmühle ließen wir die wetterwechselhafte knapp 14 km wunderschöne Wanderung ausklingen. 

                                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                               
                                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                                   
                                                           

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