Sonntag, 17. Februar 2013

Rauenstein - Großer Bärenstein (29.Dezember 2012)

Die Wetterfrösche versprachen heut einen wenn auch leider schneefreien, aber schönen milden Wintertag. So wollten wir den Tag nicht ungenutzt lassen und suchten uns ein nahes und immer wieder schönes Ziel aus. 
Einen ersten Schreck bekamen wir,besser ich, als der Parkplatz am Bärenstein einfach nicht mehr existent war. Es soll wohl schon eine Weile so sein. Dieser Kelch ist völlig an mir vorrüber gegangen, da ich meinen Hexenbesen meist ein paar Kurven weiter abstelle. So sollte es auch heut nicht anders werden und es ging querfeldein (ach nein, -waldein) durch das Unterholz, matschige Senken, über alte, lang nicht mehr vorhande Wege, eine kleine Brücke, entlang von Rinnsalen entgegen dem für heut gewählten Wanderweg. 


Immer wieder verloren wir den ursprünglich gewählten Weg und wir liefen auf kleinen schmalen Pfaden. Zwischenrein teilten wir uns den Weg mit einer Gruppe MTBlern. Selbige fanden es recht amüsant, dass wir als Wanderer immer mal schneller waren und wir blickten etwas wehmütig drein. Zuckte es doch plötzlich in den Wadeln und die Sehnsucht nach den Rädern, unebenen und schlammigen Wegen war geweckt. Auf dem rot markierten Wanderweg am Fuße des Rauensteins angekommen, verabschiedeten sich die mit uns wetteifernden MTBler fröhlich von uns und wir setzten unseren Weg in aller Ruhe fort. Die Lehmannschlucht ließen wir links liegen. Für den Aufstieg auf den Fels wählten wir den Weg von Richtung Weißig aus, da dies meiner Meinung nach der schönere Aufstieg ist. 


Es ist ein einfacher Treppenaufgang, während der andere Aufgang nur ein seicht ansteigender Waldweg gewesen wäre. Ich persönlich empfinde es als reizvoller, auf einem etwas zackigeren, romatischeren, spektakuläreren Weg dem Berg entgegen zu laufen und die "unspektakuläreren" Wege für den Abstieg zu nutzen. Auf dem Berg angekommen, blieb uns ob der verschlossenen Tore der Baude ein Süppchen verwehrt, aber ein erster Ausblick entschädigte in jedem Fall.


Der Rauenstein ist ein in der vorderen Sächsischen Schweiz befindlicher Tafelberg mit einer Höhe von 304m. Er kann eine beachtliche Länge von 600m und Breite von 200m aufweisen. 
Die touristische Erschliessung des Berges fand etwa im Jahre 1885 statt. Recht zeitnah gab es bereits eine Getränkeverkauf in einer kleinen Höhle, der Kapp- oder auch Rauensteinhöhle bis ins Jahr 1893. In diesem Jahr wurde der Berggasthof fertig gestellt, welcher mit einigen Besitzerwechseln und umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten bis heut existent ist und es sich hier gut und gemütlich pausieren lässt. 
Nachdem wir ausgiebig den ersten Ausblick genossen hatten, machten wir uns auf den überaus bezaubernden Kammweg des Berges. Da der Rauenstein sehr zerklüftet ist, ging es über Leitern, Stege, natürliche Felspfade........



Und immer wieder boten sich wunderbare Ausbicke....


Wenn man den Stein einigermaßen kennt und sich ein paar Schritte abseits des Kammweges traut, findet man selbst an den Wochenenden schöne einsame Fleckchen, um gemütlich eine Pause einzulegen. Nachdem wir selbiges taten, wählten wir nun den bereits erwähnten, etwas unspektakuläreren Weg durch den bewaldeten Teil des Gipfels, um gen Pötzscha abzusteigen. Ein kleines Stück bergauf, um einige Kurven, vorbei am Robert Sterl Haus (ein sächsischer Maler des 19./20 Jahrhunderts) folgten wir dem Strassenverlauf, ehe wir linker Hand in den Hermann-Schneider-Weg einbogen. Dieser führte uns vorbei an Wiesen, ehe wir wieder in den Wald eintauchen konnten. Recht bald verließen wir den breiten bequemen Waldweg, um einem sehr unscheinbar und nicht ausgeschilderten Pfad zu folgen.  Wir stiegen über den dem bisherigen Schnee dieser Sasion geschuldetem Bruch, ehe sich der Pfad etwas breiter auftat. Mit dem Conradturm erreichten wir den Riegelhof. Ein Hof umgeben von einem wunderschönen Felsmassiv. Hier ein kleiner Ein- bzw. Ausblick auf diesen.


Doch endet hier der Weg und es geht weiter über eine kurze Stiege, die Riegelhofstiege. Nachdem man einen kleinen Felsdurchgang durchstiegen hat, gelangt man mittels leichter Kraxelei immer dem Himmel ein Stück näher. In der Stiege findet man keine Hilfsmittel oder künstlich angelegte Stufen, Klammer o.ä. Aber es sind genügend natürliche Tritte, Griffe usw. vorhanden, so dass selbst kleine Hexen mit kurzen Beinen ihren Hexenbesen  stehen lassen und bequem die Stiege erklimmen können. 
Den schönen Aufstieg sehr genossen, aber auf Grund der Kürze fix hinter uns gebracht, befanden wir uns nun auf dem Großen Bärenstein. Der Große Bärenstein ist ein 327m hoher Tafelberg. Der Gipfel an sich ist fast völlig bewaldet. Man findet aber an seinen Vorsprüngen genügend Aussichtspunkte in alle Richtungen. Auch hier gibt einsame Fleckchen, wo man sich am Ausblick und der Natur erfreuen kann. Wer mag.... es lohnt sich auch die Kamera, ein Buch oder auch einen Zeichenstift und Block im Gepäck zu haben. 
Unser letzter heutiger Ausblick war in Richtung des benachbarten Kleinen Bärensteins, ehe wir uns an den Abstieg machten. Hierfür nutzten wir den bequemen Waldweg zwischen den beiden Bärensteinen.


Ein paar wenige Meter Straße brachten uns zum Auto und wir hatten eine schon fast frühlingshafte aber trotzdem schöne Wanderung von ca 13km hinter uns.

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