Mittwoch, 7. November 2012

Schwarzenberg(Cerna hora) (21.10.2012)

Heute möchte ich euch eine Wanderung aus dem schönen böhmischen Nachbarland vorstellen. Kurzfristig haben wir uns entschieden hier im Riesengebirge eine Woche Urlaub zu verbringen. 
Nachdem wir gestern hier bei herrlichstem Herbstwetter angekamen, erstaunte uns heut morgen doch der Blick aus dem Fenster, als alles grau und trüb war. Doch wir wollten den Tag nicht ungenutzt lassen, schnappten uns die Rucksäcke, schlossen unsere Ferienunterkunft ab und wanderten los. In Cista starteten wir in einer Höhe von knapp 600m und es  ging ein kleines Stück entlang des kleinen Flüßchens Cista bis nach Schwarzenthal (Cerny dul). Hier bogen wir in den Wald ab und es ging im Niesel über recht matschige Waldwege erst einmal ein ganzes Stück bergauf. 


Je höher wir kamen, umso mehr merkte man aber schon, wie die Sonne versuchte die Wolken zu durchdringen. So wurden wir auf einem Wiesenweg mit mit einer wunderbaren Herbstlandschaft belohnt. 


Doch schon ein paar Meter weiter gewannen die Wolken wieder die Oberhand.......



Also stiefelten wir immer weiter über Wiesen, durch Wälder bis wir an der Hoffmannsbaude (Hoffmannova bouda) ankamen. Da das zusehens kühler werdende Wetter und die hohe Feuchtigkeit uns immer mehr einnahm, beschlossen wir, uns in der Baude mit einer Knoblauchsuppe aufzuwärmen. Dies tat unsagbar gut und war auch geschmacklich exzellent. Noch während das Knobisüppchen uns mundetet, entschieden wir, für den Aufstieg auf den Schwarzenberg ausnahmsweise mal die Seilbahn zu nutzen. Und schon hatten uns die Wolken wieder. Hu war das kalt und dann ging der Weg auch noch bergab bis Johannisbad    (Janske Lazne). Zeigte doch die Temperaturanzeige der Talstation sage und schreibe 8°C und die Wolken wurden immer dichter. Die Seilbahn auch "Schwarzenbergexpress" genannt, ist wohl bis heute die modernste in Tschechien.


Also fix in die Gondel und das Abenteuer nach oben konnte starten. Abenteuer.....hm ich muss zugeben, so völlig unentspannt war ich nicht......und wie sollte es auch anders sein..... erst schien sich die Tür nicht zu schliessen wollen und irgendwo  mit viel Luft unter dem Kabinenboden  stoppte die Bahn.....doch dann ruckelte sie weiter und plötzlich erlebten wir eine ungeahnte Überraschung.......

Blick aus der Gondel nach unten

Als wir die Gondel in der Bergstation verließen, zeigte doch die Temperaturanzeige tatsächlich 26° C ...unglaublich ein nur ein paar Höhenmeter über den Wolken und ein Temperaturunterschied von 18°C ..... das war kaum zu fassen. So pellten wir uns ersteinmal aus unseren Zwiebelschichten und freuten uns auf die Wanderung auf den Schwarzenberg unternommen zu haben. Wir befinden uns hier im östlichen Riesengebirge auf einer Höhe von 1299m. Der Gipfel ist ist recht großflächig. In unmittelbarer Nähe der Bergstation ist ein    aktiver Funk-und Fernsehturm. 


Ein Stück weiter entlang des Gipfels fanden wir eine Kapelle, die der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, gewidmet ist. Die heilige Barbara gilt schon seit je her als Helferin in der Not. 



Sollte es doch hier auch einen sogenannten Schneekoppenblick geben. Diesen wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zumal dieser Berg doch unser morgiges Ziel werden sollte. Von einer dicken Wolkenschicht hier keine Spur.

rechts der hohe "Kegel" ist es ... 

Da wir noch einen recht ordentlichen Abstieg vor uns hatten, ging es wieder zurück zur anderen Seite des Berges. Hier fanden wir unter strahlend blauem Himmel einen tollen Lost Place. Der Lost Place die Sokolska bouda ist eine freie Holzkonstruktion über vier Etagen und wurde 1929 durch einen Prager Turnverein erbaut. Heute findet man hier leider nur noch ein dem Verfall preis gegebenes Gebäude vor, welches unverändert seinen Reiz ausstrahlt und neugierig macht auf eine Stippvisite im Inneren........


Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick und vor uns lag ein watteweicher Wolkenteppich.....das war gigantisch. Wir konnten uns kaum satt sehen. 


Nun wurde es aber Zeit endgültig uns an den Abstieg nach Schwarzenthal (Cerny dul) zu wagen.
Hierfür durften wir einen wunderbaren Weg nutzen bei dem sich immer wieder tolle Ausblicke auch den watteweichen Wolkenteppich zeigten......

Wanderer über dem Nebelmeer ;-) 

Langsam aber stet verloren wir an Höhe und tauchten wieder hinein in das Grau der Wolken. Folgtem einem Waldweg bis nach Cerny dul um von dort die letzten km entlang des kleinen Flüßchens zu nehmen.


In unserem Feriendomzil wieder angekommen, hatten wir eine wunderschöne Wanderung von ca 22 km hinter uns und beschlossen den Tag mit einem kleinen Feuer unter freiem Himmel.....

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