Samstag, 17. November 2012

Elbquelle (26. Oktober 2012)

Heut möchte ich euch von einer Wanderung zur Quelle des vierzehntlängsten Flusses Europas berichten. Die Elbe (Labe) misst eine Länge von 1094km, überwindet eine Höhe von 1386m, entspringt in Rübezahls Reich, dem böhmischen Riesengebirge in einer Höhe von 1386m und mündet in der Nähe von Cuxhafen in die Nordsee. 
Da ich relativ elbnah wohne und diese schon oft überquert habe, an ihr entlang geradelt bin oder einfach nur ihre Wiesen mit den Blicken in die sächsische oder böhmische Schweiz genossen habe, war auch dies ein großer Wunsch einmal die Elbquelle kennen zu lernen. 
Also starteten wir den Tag erneut in voller Dunkelheit mit einem gemütlichen Frühstück, schnürten die Rucksäcke und fuhren nach Spindlermühle (Spindleruv Mlyn). Seit Anfang des 16. Jahrhunderts sind erste Erwähnungen nachweislich. Es waren besiedelte Ortsteile die durch den Bergbau und ein Glashüttenwerk entstanden. Spindlermühle an sich entstand erst Ende des 18. Jahrhunderts durch eingewanderte schlesische Forstarbeiter. 
Der ursprüngliche Name war Spindlers Mühle, nach dem damaligen Mühlenbesitzer Spindler benannt. Im Volksmund wurde der Ort aber Spindelmühle genannt erst nach und nach setzte sich Spindlermühle durch. 
Heut gilt Spindlermühle mit knapp 1400 Einwohnern als Stadt und ist touristisch hoch erschlossen. So war auch hier trotz der sehr frühen Morgenstunden eine Unruhe zu spüren. Während andere noch auf dem Weg zum Frühstück zu den Speiseräumen der Hotels unterwegs waren, schulterten wir bereits unsere Rucksäcke und entflohen dem morgendlichen Gewusel in einen zauberhaft ganz zart überzuckerten Wald. 


Nachdem wir gestern den falschen grün markierten Wanderweg einschlugen, ich mein GPS völlig ignoriert hatte und wir kurzfristig umdispoieren mussten und so den Abstieg aus den Wolken nutzten, um die Weiße Elbe (Bile Labe) kennen zu lernen, ging es heut entlang der richtigen grünen Wandermarkierung. Erst führte uns ein teils asphaltierter und teils mit Platten ausgelegter Wanderweg vorbei an der Medvedi-Baude. 


Die Wolken und die Berge boten ein tolles Schauspiel....


Immer weiter dem grünen Wanderweg folgend, erwies sich so der sonst ohne große Schwierigkeiten zu überwindende Asphaltweg, heut als sehr schwierig. Die Feuchtigkeit der Wolken, die überfrierende Nässe und der Hauch von Schnee, ließen uns oft einen Schritt nach vor tun und zwei nach hinten rutschen. 


Aber nicht mehr lang und wir hatten geliebten Waldboden unter den Füßen. Wir kamen an der Martinova Bouda vorbei, ehe der Weg dann richtig wild romantisch wurde......


Auf dem grünen Wanderweg bleibend querten wir den Gebirgszug ein paar wenige Höhenmeter unter dem Gebirskamm und es gab immer wieder traumhafte Wolkenschauspiele.......


Wer mich kennt, ahnt meine Begeisterung, nicht nur für das Wandern und das Gebirge, nein auch für das Wetter.......es ist unglaublich genial solch Wolkenbewegungen zu beobachten, mal mitten drin zu sein, die überzuckerte oder mit Raureif bezogene Natur zu sehen, den bissigen Wind im Gesicht zu spüren, sein Pfeiffen zu hören und und und.........Das ist "MEIN" Wetter......


Der Weg führte uns zur Elbfallbaude, an der wir aber schnurstracks vorbei marschierten. Nein das ist hier völlig falsch. Hier war der Weg komplett mir einer dünnen Eisschicht überzogen und nach einem Schritt vorwärts, ging es beschleunigt drei bis vier Schritte zurück. So kämpften wir uns vorwärts bis wir wieder rauen Wanderwegsboden unter den Füßen hatten und gingen noch den Kilometer bis zu Elbquelle. 



Sie ist symbolisch in einen Ring gefasst. Die eigentliche Quelle liegt noch ein paar Meter höher. Recht unspektakulär scheinend ist sie dies nun.....


Man findet hier auch 28 Wappen von Elbstädten.....


und bei dem Wetter hatte der Platz für mich seinen besonderen Reiz.......


Zurück ging es dann doch erst einmal in die Elbfallbaude. Und zum Aufwärmen gab es einen Grog und ein großes Stück Heidelbeerkuchen.


Für den Abstieg wählten wir den Weg entlang der herabfließenden Elbe. Dieser gestaltete sich über ca 1/3 der Strecke recht steil abfallend und steinig. Aufgrund der dünnen Eisschicht war an ein normales bergab Wandern nicht zu denken. Es erinnerte alles eher an einen Balanceakt. An fotografieren war hier nicht zu denken. Ein paar Höhenmeter weiter unten entspannte sich die Lage, da die Eisschicht verschwand und es begleiteten  uns  schöne Ausblicke in die Berge. 


Immer wieder konnten wir auch einen Blick auf die an Fülle wachsenden Elbe werfen. Diese nahm stet zu und wurde wurde an einigen Stellen mit vielen schönen Steinmännlein bedacht. Selbstverständlich wuchs ein Steinmännlein auch durch einen Stein von mir. 
Wieder in Spindlermühlen angekommen hatte die Elbe auf den wenigen km bereits ein beachtliche Breite erreicht und wir einen wunderbare Wanderung von ca 22km hinter uns....


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