Dienstag, 9. Oktober 2012

Radtour multinational (8.September 2012)

Der Gedanke zu dieser Tour wurde bereits irgendwann in der kalten Jahreszeit geboren. Doch wie es so ist, ist es nicht immer einfach alles und alle unter einen Hut zu bringen. Auch bei mir überschnitten sich die Termine und eigentlich wäre ich zum Wandern im Rheinland gewesen. Aber auch mir gehen manche Dinge durch die Lappen und so mussten wir das Wanderwochenende absagen. Ließen die Gelegenheit aber nicht ungenutzt und schlossen uns einem kleinen multinationalem Grüppchen zur Radtour an. Nun seit ich wusste, dass wir mit der der Gruppe radeln werden, war ich zugegeben bissl aufgeregt.....die Strecke war mir ja nicht unbekannt und wusste ich doch, welche Steigungen und Gefälle uns erwarten würden.....würde ich mithalten können.....technisch und konditionell? Als ich meine Bedenken äusserte, sorgte ich zwar für ein allgemeines Schmunzeln, wurde aber dennnoch beruhigt....."naja" war da so mein Gedanke....
Nun sollte es soweit sein, der Wecker jagte uns beizeiten aus den Federn und ein Blick gen Himmel ließ uns hoffen und bangen, dass es keine Regenfahrt wird. Nach einem zeitigen Frühstück sattelten wir die Räder und starteten vor der Haustür in Richtung Pirna. 


Viel zu zeitig angekommen, steuerten wir zielgerichtet den Busbahnhof an und konnten feststellen, dass wir nicht die Ersten der Gruppe waren. Unsere vorzeitige Ankunft erwies sich als zwingend erforderlich, hatten wir ja noch das Abenteuer Fahrkarte kaufen vor uns. Glücklich, dass der Schalter besetzt war und wir uns nicht mit unsäglichen Automaten rumschlagen mussten, sollte dies doch gaaaanz einfach werden. Aber denkste....so bekam jeder von uns vier Fahrkarten wovon zwei 2x entwertet werden mussten und weitere 2 vier mal....ok....nur verstanden hat es keiner, auch wenn sich der Fahrkartenverkäufer die größte Mühe gegeben hatte, uns die Sache zu erklären. Nach und nach vervollständigte sich unsere Gruppe  und wir warteten schnatternd auf den Bus. Schnatternd ja.....aber zweisprachig. Leider war keiner von uns des tschechischen mächtig und so nutzten wir englisch als Verständigungsprache. Nun endlich kam der Bus und der Anhänger noch gänzlich leer. Der Fahrer verstaute unsere Räder auf eine sehr rustikale Art auf dem Hänger, dass wir erstmal staunten. Für so dicke Reifen wie bei den MTB's war der Anhänger auch nicht gebaut, aber es ging alles gut und wir fuhren mit dem Bus nebst Anhänger von Pirna bis nach Tisa ins böhmische Nachbarland. Erwähnenswert ist noch der Grenzübertritt. Dort durfte die komplette Radgruppe nochmal zur Fahrscheinkontrolle beim Busfahrer antreten. Und wie durch ein Wunder, hatten wir alles richtig gemacht. 
In Tisa angekommen bekamen wir unser Räder wieder und starteten in die Tour. 


Von Tisa aus ging es erstmal ein Aufwärmstück recht ordentlich bergan. Dann rollten wir entspannt aber recht flott nach Schneeberg, um dort den ersten Platten zu beheben. Nach dieser kleinen Verschnaufpause sollte es nun wieder auf den von mir so geliebten Hohen Schneeberg (Decinsky Sneznik) rauf gehen. Wie oft waren wir schon hier oben und es ist immer wieder mit dem Rad eine kleine Herausforderung und doch immer wieder schön, diesen Berg zu erradeln und zu genießen. Bereits im Post "Hohe Tour" meines Blog findet der Schneeberg Erwähnung. Diesmal erfasste mich schon ein kleiner sportlicher Stolz, denn ich erradelte diesen Berg das erste Mal ohne auf dem Weg zu pausieren. So genossen wir voller Lachen die erste schöne Aussicht, die Dresdenaussicht. Selbst die drohend näher kommenden schwarzen Wolken konnten unserer Freude keinen Abbruch tun. 


Selbstverständlich fuhren wir noch über den Gipfel, um auch die Aussicht ins böhmische Becken und ein Picknick genießen zu können. 


Frisch gestärkt und voller schöner Eindrücke schwangen wir uns wieder auf die Räder und gingen die Abfahrt respektvoll an. Von Schneeberg aus folgten wir völlig entspannt der Tour, und passierten das "Eulentor". Das "Eulentor" ist ein Wanderübergang der deutsch-böhmischen Grenze. Erneut hatten wir eine Abfahrt vor uns. Diese nahmen wir in einem  recht rasanteren Tempo und traten auch schon mal zusätzlich kräftig in die Pedalen. 


Am Fuchteich stiegen wir vom Rad und erfreuten uns ob des schönen Fleckchens Erde. 
Der Fuchsteich in ein künstlich angelegter Teich und blickt auf ein Erschaffungsjahr im 16. Jahrhundert zurück. Angelegt wurde er im Dienste der Holzflösserei. Im 19. Jahrhundert galt er dem Hochwasserschutz. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Teich saniert und es entstand ein wertvoller Biotop. 


Nun ging es immer entlang des Cunnersdorfer Baches in das kleine Dörfchen Cunnersdorf , um von dort den Berg hoch Richtung Pfaffendorf  zu radeln. Dort boten sich tolle Ausblicke, ehe es bergab nach Königstein auf den Elbradweg ging.


Blick auf den Pfaffenstein                                 
Blick auf die Festung Königstein
Blick auf die Bastei vom Elbradweg
Immer entlang des Elbradweges radelten wir bis Wehlen, um dort mit der Fähre auf die andere Elbseite über zu setzen. Dort setzten wir unseren Weg bis Pirna-Posta fort. Hier verliessen wir den Elbradweg und nahmen noch einmal ein paar wenige Höhenmeter und fuhren in die Herrenleite. In der Herrenleite befindet sich ein historisches Feldbahnmuseum. Eine Feldbahn ist ein historisches Transportmittel schienengebunden. Es wurde früher hauptsächlich in der Grundstoffindustrie genutzt. Heut hat sich ein Verein das Ziel gesetzt, diese Technik für die Nachwelt zu erhalten. 


Ich muss zugeben, es entlockte mir schon ein Schmunzeln, zu sehen, wie erwachsene Männer plötzlich mit strahlenden Augen zu kleinen Jungs werden und sich irrsinnig freuen, mit einer Lok über das Gelände fahren zu können. 




Aber nicht nur dass wir bereits von Freunden im Feldbahnverein erwartet wurden, es trudelten auch noch weiter ein. Und so nutzten wir den schönen Spätsommerabend, der die Sonne wieder zum Vorschein brachte, zu einem gemütlichen Beisammensein grillen, schwatzen und lachen. Eine ganze Zeit später setzen wir uns wieder auf die Räder und rollten gen Heimat, wo wir den letzten Anstieg für heut zu bewältigen hatten. Bei einem Glas Wein, einem gemütlichen Feuer freuten wir uns über den schönen Tag, hatten 80 km auf dem Tacho und einige Höhenmeter in den Waden und meine vorherige Aufregung, der Strecke und Gruppe gewachsen zu sein, bestätigte der heute Tag nicht.........



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen