Mittwoch, 13. Juni 2012

Hintere Sächsische Schweiz - mit dem Rad (18.Mai 2012)

In Vorbereitung auf die morgige größere Radtour wollte ich den heutigen Tag nicht ungenutzt lassen und mich schon immer ein wenig "warm radeln". Was eingnet sich dazu besser als ein sonniger Tag in der hinteren Sächsischen Schweiz, wo es fix in Böhmische geht. 
Früh beizeiten ging es Richtung Kirnitzschtal, das Auto wurde oberhalb des Pohlshorns auf einem Wanderparkplatz abgestellt und von den Rädern befreit. Es war so noch so früh am Morgen, dass selbst ich mir dachte "Hui ist das noch frisch". So ertüchtigte ich mich fix mit ein paar Spring- Hüpf- und Dehnübungen, wusste ich doch, dass die ersten Kilometer sicher nicht zur Erwärmung beitragen würden. Ich überprüfte   nochmal fix mein Rad und optimierte diverse kleine Einstellungen (schließlich musste mein Bergrad ja ne ganze Weile ohne mich auskommen) und los ging es. 
Nach einer kurzen Strassenabfahrt bogen wir in Höhe Thorwalder Wände in das immer wieder schöne Kirnitzschtal ab. Begleitet nur von dem fröhlichen Plätschern des Flüßchens, lustigem Vogelgezwitscher radelten  wir vorbei an der Niederen Schleuse.
Die Kirnitzsch war einst eines der wichtigsten Trifftholzstrecken. Der Standort der Niederen Schleuse war recht optimal und so konnte mit der 32 m breiten Staumauer Wasser auf eine Strecke von 750 m angestaut werden. Die Schleuse ist saniert und wieder funktionsfähig, dient heut aber nur noch dem Hochwasserschutz. Das Schleusenhäuschen wurde damals lediglich zur Aufbewahrung der Floßhaken  genutzt.


Immer weiter ging es entlang der Kirnitzsch. Als nächstes erreichten wir den deutsch-böhminschen Grenzübergang Hinterdittersbach (Zadni Jetrichovice). Hier führt eine kleine Brücke, die man bereits in Karten von 1592 findet, über die Kirnitzsch entlang der mittelalterlichen Bömischen Strasse und man ist in Böhmen. 


Neben der Brücke ist heut hier noch ein Rastplatz, sowie die Information über die Ansiedlung zu finden und wer genauer hinschaut, kann noch ein paar Überreste in Form von Treppen und Mauerresten entdecken. Hinterdittersbach (Zadni Jetrichovice) war bis etwa 1945 eine kleine Ansiedlung und ein tourischtischer Knotenpunkt, da hier einige Wege der Sächsisch-Böhmischen Schweiz zusammen liefen. 1732 soll bereits das Hegerhaus erbaut worden sein. So erweiterte sich die Ansiedlung, dass 1900 7 Häuser hier gestanden haben, u.a. ein Wirts- und ein Forsthaus. Auch eine Auskunftsstelle des Gebirgsvereines war im Gasthaus zu finden, diese wechselte später dann in ein weiteres Gasthaus "Zum Hirsch".


Nun aber flux weiter immer im Wald entlang gut ausgebauter bequemer Radwege, aber wusste ich doch um unser nächtstes Ziel, bzw. den zu erwartenden Anstieg. Unser nächster Zielpunkt waren die Balzhütten (Na Tokani). Der Name ist fast selbsterklärend. Die Balzhütten dienten  einst als Unterkünfte für die Jäger des Grafen Kinsky. Vorwiegend wurden hier Waldvögel und balzende Auerhähne gejagt. Heute findet man hier eine Herberge mit Gastwirtschaft.  Nachdem wir nun geradelt und geradelt sind und schwupp die  wupp den Berg erradelt hatten, ging es sofort wieder hinab, eine lange und recht flotte Abfahrt bis hin zu einem kleinen  Informationszentrum des Böhmischen Nationalparks, auch ein ehemaliges Hegerhaus. Es lohnt sich, in die dortigen Ausstellung einen Blick zu werfen. 


Hatte ich doch kürzlich erst eines der Raubschlösser der Umgebung besucht. So stand heut ein weiteres auf meinem Wunschzettel, in der Nähe von Kreibitz (Chribska) die Felsenburg Karlstejn auch Wüstes Schloss (Chribska Hradek) genannt. Nachdem wir auf halber Höhe die Räder abgestellt hatten erreichten wir über einen schmalen Pfad den Burgfelsen auf dem man die Reste der Felsenburg noch gut erkennen kann. Auf dem ausgehauenen wahrscheinlichem Kellerraum wird ein hölzernes Hauptgebäude vermutet. Geschichtlich ist kaum etwas bekannt, man denkt, dass es sich um eine ehemalige Wachburg handelt, die im 14. Jahrhundert bereits verlassen wurde. Auch hier stößt man wieder auf den Namen der Berken von Duba. 


Nach einer recht gewagten Abfahrt aus halber Höhe ging es ganz mühelos weiter in ein sehr beschauliches kleines böhmisches Dörfchen, wo es eine schnelle Kofola gab. Kofola, eine koffeinhaltige Limonade, deren Ursprung auf ein Pharmaunternehmen und das Jahr 1960 zurück zu führen ist, ist   große Konkurrenz zu Coca Cola oder Pepsi und mit seinem ganz eigenen Geschmack immer eine willkommene Stärkung. 


Und dann ging es weiter, allerdings nicht sehr weit, denn als wir ein Stück bergan die Räder hatten rollen lassen, drehte ich mich einfach mal um.......


Jetzt wurde aber mal wirklich in die Pedalen getreten. Weiter entlang schöner Wald- und Wiesenwege, vorbei an einsam gelegenen Hütten, durch kleine Ansiedlungen.....

 

Immer weiter des Weges ging es unmittelbar am Wolfsberg (Vlici hora) vorbei. Kannten wir diesen doch aus früheren Radrunden. Der Wolfsberg ein 581m hoher markanter Kegelberg der Böhmischen Schweiz. Auch ging es wieder durch die Ortschaften Zeidler (Brtniky) und Hemmehübel (Kopec) über die ich erst kürzlich berichtete. Von Hemmehübel ging es ganz entspannt auf schönen Waldwegen in Richtung Hinterhermsdorf, um dort den letzten Anstieg des Tages zu nehmen. Von dort aus ging es recht flott die Abfahrt zum Parkplatz und wir hatten eine Strecke von reichlich 40 km und einigen gut überwundenen Höhenmetern in den Waden und waren der Meinung, dass die morgige Tour kommen kann........



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