Dienstag, 15. Mai 2012

Weesenstein-Wilde Kirche (01. Mai 2012)

Sonne und ein freier Tag, also nix wie raus. In meinem Kopf hatten sich 4 mögliche Wanderrunden eingesponnen. Ein morgendliches Telefonat nahm mir die Entscheidung ab und so wählte ich die kleinste, welche aber nicht unbedingt die "unschönste" war. Den Rucksack packte ich sehr spärlich nur mit Wasser und einem Notfallpausenbrot. 
Start und Zielpunkt meiner heutigen kleinen Wanderung waren Burkhardswalde, ein Dörfchen über dem Müglitztal. 1400 wird das Dörfchen erstmals erwähnt, gehörte zum Distrikt Dresden, dann zu Dohna und später dann zur Herrschaft Weesenstein. 


Um mein erstes Zeil des heutigen Tages zu erreichen, wählte ich den "Romantischen Weg nach Weesenstein". Dieser wurde durch Wasser stark beschädigt, ist nun wieder instant gesetzt und trägt diesen Namen zu recht. 

 

Diese Brücke kenne ich noch aus begehbaren Zeiten, nun nagt der Zahn der Zeit an ihr. Die zweite Brücke hingegen, war ebenfalls eine Holzbrücke, wurde wie der Weg durch Wasser stark geschädigt. Nun kann man wieder gefahrlos nach Weesenstein gelangen. 

 





Wenn der Wald ohne Belaubung ist, eröffnet sich bereits nach der letzten Kurve ein wunderbarer Blick auf das Schloss. Dies musste heut nun ein paar Schritte länger warten. Aber es hat sich gelohnt.... wie immer. 


Das Schloss thront sehr würdevoll auf Felsen über dem Müglitztal. Es blickt auf mindestens 700 Jahre Baugeschichte zurück, so wurde aus der Burganlage das Schloss, von der Gotik bis hin zum Klassizismus. Die mittelalterliche Wehranlage fand erstmalig 1318 Erwähnung. Zur Burggrafschaft Dohna gehörend spricht man auch vom "Weysinberg, dem huse". Für mehr als 350 Jahre gehörte Weesenstein der Familie von Bünau. Dies Adelsgeschlecht zählte zu den einflussreichsten Sachsen im 15. und 16. Jh. Dann wechselte der Besitz zu den von Uckermarks, König Anton von Sachsen, König Johann. Somit wurde das Schloss königlich und beherbergte manch hohen Gast. Letzterer verkaufte nach dem ersten Weltkrieg das Schloss an Bürgerliche. Dann erwarb es der Landesverein sächsischer Heimatschutz und gründest 1934 das Museum. Im 2. Weltkrieg diente es als großes Depot evakuierte Kunstschätze Dresdens. Nun ist es im Besitz des Freistaates Sachsen und verfügt über Museum, Gastronomie, einen Park. Aber auch Wohnung findet man im Schloss. 
Die Hochwasserkatastrophe 2002 zerstörte auch den Schlosspark und so wurde dieser wieder komplett aufgebaut. 


Das Schloss verfügt auch über eine eigene Schlossgärtnerei. 

 


Ich persönlich finde diesen wieder aufgebauten Laubengang aus Hainbuchen, der zu dem kleinen Pavillon führt, besonders schön.


Doch nun machte ich mich wieder auf in den Wald und steuerte mein nächstes Ziel an, die Kleine Bastei. Von ihr hat man, auch in der unbelaubten Zeit, eine wunderebare Aussicht auf das Schloss, den Ort Weesenstein und die gegenüberliegenden Gemeinden, Berge, Landschaften. Heute erkennt man im Tal einzig den Schlossturm und gegenüberliegend nur verwaschen die Ortschaft Falkenhain. 


Unweit der Aussicht findet man die Überreste des Belvedere zu Weesenstein. Einem kleinen Schlösschen, welches 1770 erbaut wurde. Das Erdgeschoss diente den Jägern und das Obergeschoss beherbergte einen Festsaal. Durch seinen etwa 24m hohen Turm, war es möglich von hier aus weit ins Land zu blicken. In den Nachkriegswirren wurde es leider abgetragen, zur Baumaterialgewinnung.



Weiter ging es über Feld und Flur. Auch wenn die sengende Hitze ihren Tribut forderte und leider keine Fernsicht war, war es dennoch nicht schwer, schöne Eindrücke zu haben. Hier ein paar davon.....

 


Ein Blick auf Burkhardswalde. Der Kirchturm ist weithin von allen Seiten sichtbar.




Der Raps duftete, die Farben leuchteten, aber ich freute mich, wieder den schattigen Wald betreten zu können. Waren es auch nur ein paar Meter, bis  die Sonne mich gänzlich wieder hatte. Mein drittes Tagesanlaufziel, die "Wilde Kirche".  Die wilde Kirche ist ein Felsvorsprung oberhalb des Seidewitztales. Einer Sage zu folge, soll hier einst eine kleine Kapelle gestanden haben, zum Andenken an den heiligen Burkhard. Ein frommer Einsiedler namens Buchardus (er gehörte dem Dominikanerkloster in Pirna an) hat hier die Gottesdienste gehalten. Er soll hier gelebt und sich von den Schätzen des Waldes ernährt haben und wurde von den Menschen der Umgebung geschätzt und verehrt. 
Sein heilkundliches Wissen gab er an u.a. an Luidgardis von Carlowitz (Enkelin des Ritters von Bernstein) weiter. Später traute er sie mit Rudolf von Bünau.
Heut hat man von dieser Stelle einen wunderbaren Ausblick auf einen gefluteten Steinbruch.   Leider heut nur diesig verhangen, sonst schillert das Wasser ganz türkisklar.


Nach einer kleinen Pause setzte ich meinen Weg ins Seidewitztal fort. Die Seidwitz, ein kleines Flüßchen, von ca 25km Länge, entspringt in der Nähe von Breitenau und müdet in die Gottleuba. Auch dieses kleine Flüßchen trat bei der Hochwasserkatastrophe 2002 über die Ufer und richtete verheerende Schäden an. 

 

Na und wie es so ist, wenn man im Tal ist, geht es auch wieder hoch. Hinauf auf den Berg ganz am Rande des Osterzgebirges. Hier zieht sich die landschaftliche Grenze des Osterzgebirges entlang. 


Mein Ziel war die Sonnenbank, eine durch den engagierten Heimatverein des Ortes wiederhergestellte sehr schöne Pausenstelle ganz in der Nähe des Kanitzberges (330m ü. NN).



Leider ließ ein Blick auf die Uhr nur eine kleine Pause zu, erwartete mich doch in Bälde zu Hause Besuch. 
So machte ich mich auf den Weg durch dies kleine beschauliche Dörfchenund  und hatte eine Runde von knapp 12 km hinter mir und ein paar kürzeren Auf- und Absteigen. Verabschieden möchte mich für heut mit ein paar Dorfimpressionen....







Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine herrlichen Impressionen.

    Es macht immer wieder Spaß zu lesen und zu schauen.

    Hoffentlich geht es mir bald wieder so gut,dass ich die eine oder andere Tour auch selbst machen kann.

    Bis dahin erfreue ich mich an deinen Berichten.

    LG Ina

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  2. Danke dir, liebe Ina! Ich freu mich, wenn ich dir mit meinen Gedanke, Ideen, Bildern, Touren ein bissl Mut und Vorfreude machen kann, sobald es dir wieder besser geht, selbst wieder die Wanderstiefel zu schnüren.
    Viele liebe Grüße aus dem Bergdorf ;-)
    Conny

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