Samstag, 7. April 2012

Polenztal-Gautschgrotte-Brand (30. März 2012)

Heute wollten wir zu viert einen gemeinsamen Tag verbringen. Allerdings waren die Wettervorhersagen nicht erbaulich. So stand schon fast ein wenig ein Kulturtag in Dresden auf dem Programm. Doch so richtig mit ganzem Herzen wollte das keiner von uns. Wir wollten WANDERN! So verabredeten wir uns an einem zentralen Treffpunkt und fuhren gemeinsam weiter, parkten das Auto am Ziegenrücken und stiegen hinab ins Polenztal. 
Das Polenztal ist ein canyonartiges Tal im westlichen Teil der Sächsischen Schweiz. Hier durchfließt die Polenz ein kleines Stück das Elbsandsteingebirge. Die Polenz entspringt aus sage und schreibe 9 Quellen zwischen den Dörfern Langburkersdorf und Neudörfel (Nova Viska) an der deutsch-böhmischen Grenze. 


Nachdem wir nun ein Stück entlang des Flusses gelaufen sind, zweigten wir nach links in ein Seitental den Schindergraben ab. Einer kleinen Klamm, in die kaum ein Sonnenstrahl vordringt. Am Ende der Klamm findet man auch hier in einer Felswand ein Medallion des Herrn W.L. Götzinger, einem Mann, der sich heimatkundlich in die Geschichte eingebracht hat (siehe auch mein Bericht Rauenstein-Bärensteine).

 

Nun oberhalb des Polenztals ging es ganz gemächlich unserem ersten Wanderziel -der Gautschgrotte- entgegen. Die Gautschgrotte, ein durch Verwitterung entstandener ca 18m hoher Felsüberhang, ist besonders eindrucksvoll bei eisigem Frost. Das herabtropfende Wasser gefriert zu bizarren Eisgebilden. So konnten man im Februar 2012 einen etwa 22m hohen Eisfall bestaunen. Nun waren die Temperaturen nicht mehr in dem Bereich und auch überhaupt, das versprochene schlechte Wetter blieb bisher aus. 


Nach einer kleinen Pause ging es nun erst entlang an sonnigen Felsen und später dann  in verregnetem Wald. 


Bald erreichten wir unser Tagesziel, den Brand. Das ist ein großes Felsplateau und erhebt sich über die Polenz mit einer stolzen Höhe von 177m. Die erste touristische Erwähnung führt in das Jahr 1801 zurück. Aber man findet eingemeiselte Jahreszahlen 1751 und es lässt einiges darauf schließen, dass bereits im 15.Jahrhundert südlich des Brandes ein Felsriff als Bergwarte bzw. Vorburg zur Burg Hohnstein genutzt wurde und somit auch die Aussicht nicht unbekannt war. Heute findet man hier eine Bergwirtschaft und Herberge. Das alte Blockhaus wurde renoviert und als Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz eingerichtet. 
Auch selbst bei drohendem Regen und Graupel ist die Aussicht von hier ..... einfach nur schöööööön!



Mittlerweile war es nun soweit, dass selbst ich mal meine Regenjacke aus dem Rucksack holte. So war der Rückweg schnell eingeschlagen. Dieser führte uns über den Schulzengrund zurück ins Polenztal.


Das Polenztal ist auch bekannt durch seine unendlichen Märzenbecherwiesen, welches 1821 erstmalig erwähnt wurde. 1961 wurde die Wiesen als Naturschutzgebiet gesichert.


Wieder am Auto ging ein schöner Wandertag zu Ende, bei dem wir ca 13 km und den ein oder anderen Höhenmeter erwanderten.

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