Dienstag, 3. April 2012

Milleschauer (28.März 2012)

Nach einem zeitigen Frühstück war der Rucksack schnell gepackt, ab ins Auto und heute war das Ziel Böhmen, das böhmische Mittelgebirge. Dies befindet sich in Nordböhmen und erstreckt sich mit seinen kegelförmigen hauptsächlich basaltigen Bergen ca 80 km vom nordböhmischen Becken bis hin zum Lausitzer Gebirge. Im Norden geht es nahtlos in die Böhmische Schweiz. Das große Ziel war der Milleschauer (Milesovka), mit seinen 837m der höchste Berg des böhmischen Mittelgebirges. 
Also parkten wir das Auto in Milleschau (Milesov), einem kleinen verschlafenen böhmischen Dörfchen. Hier thront ein Renaissnaceschloss auf den Felsen. Heut ist das Schloß aber ein Heim für Senioren. 


Wir stiegen den Burgberg hinauf und und fanden hinter dem Schloß einen kleines barockes Gartenhäuschen. Dies entstand mit seinem Park 1707.


Auch wenn es dem Verfall preis gegeben ist, hat der Pavillion und der kleine Park  doch seinen ganz eigenen Charme. 

 

Von hier aus stiefelten wir los in Richtung unser Tagesziel. Der Milleschauer wir heute oft auch als Königin des böhmischen Mittelgebirges bezeichnet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Berg touristsich erschlossen. Selbst der preußische König Friedrich Wilhelm III. erwanderte den Gipfel regelmäßig und erfreute sich bestimmt auch schon damals an den zahllosen Frühlingsboten.


Begleitet wurde der preußische Monarch von dem "Weltenbummler" Alexander von Humboldt. Dieser bezeichnete die Aussicht vom Milleschauer als drittschönste der Welt. Auch wenn es heut wieder sehr diesig war, glaube ich dies ungesehen der zahllosen anderen Aussichten. 


1904 wurde hier die Donnerbergwarte eingeweiht. Ein Turm, der seither in seiner Funktion als Wetterwarte und -beobachtungsstation dient. An den Wochenenden hat man auch auf den Turm einen Zugang als Gast, dem Himmel noch ein Stückchen näher zu sein und sich einem 360° Blick zu erfreuen.


Der Milleschauer gilt als einer der windigsten Berge und es soll hier nur an 8 Tagen im Jahr windstill sein. Offenbar hatte wir Glück und erwischten einen dieser wenigen Tage. So konnten wir hier unseren Rucksack auspacken und ein kleines Picknick mit Ausblick einlegen. Frisch gestärkt ging es an den Abstieg, aber nicht ohne einen Beweiß unserer Anwesenheit auf der Höhe zu machen. 


Für den Abstieg wählten wir einen anderen Weg, um an den Uhu-Felsen vorbei zu kommen. Dies ist eine ca 30 m hohe Felswand die einst durch einen Felssturz entstand. 


Wieder in Milleschau setzten wir mit dem Auto um, um unser 2. Tagesziel anzusteuern. Die Ruinen der Burg Ostry. 1433 wurde diese Burg errichtet. Bereits um 1600 wurde diese kleinen Ritterburg wieder verlassen. Bot aber Platz für so einige Schätze. 
Allein der kurze Wanderweg hinauf ist sehr sehenwert.....


Und bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Milleschauer und das Dörfchen am Fuße des Berges. 


Die Ruine verzauberte mit ihrem Charme und ließ eines jeden Fotografen Herz höher schlagen.


Nachdem wir jede noch so kleine Ecke der Burg erkundeten, genossen wir die vielen verschiedenen Ausblicke ins böhmische Land. 
Verabschieden möchte ich mich heut hier mit einem Blick auf die Hasenburg (Hazmburk) die auch sehr sehenswert ist und ich schon in einer vergangen Wanderung erkunden durfte. (Wenn man genau hinschaut, erkennt man recht weit hinten einen Berg mit 2 Türmen, die Hasenburg.)



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