Sonntag, 15. April 2012

Katzstein Rotstein Spitzstein (Karfreitag 2012)

Heute nun sollte es der schönste Tag Ostern 2012 werden, so zumindest laut Wetterfrösche. Doch wohin nur? Ich wollte unbedingt vermeiden, dass ich mit zu den Menschen gehöre, die sich auf die Füße treten, denn zu Ostern im Gebirge und bei der Wetter- nee das war ja schon einen Unwetterprognose war dies vorherzusehen und unvermeidbar. Doch hatte ich am Vorabend einen spontane Idee. So war dann am frühen Morgen der Tee fix gekocht und auch ein Pausenbrot war schnell im Rucksack verstaut und ab auf den Hexenbesen und los. Bereits unterwegs, dachte ich mir aber immer mal: "Um Himmels Willen, ob das richtig ist?" und auf dem Parkplatz angekommen...oooooohjeeeeee..... sonst ist man dort in der Regel fast allein und heute.... Ich gebe zu, am liebsten wäre ich wieder umgekehrt. Doch ich schulterte meinen Rucksack, überholte eine kleine Gruppe Menschen und machte mich schnurstracks auf in den Wald. 


Hatte ich mich heute für eine kleine Runde in der vorderen Sächsischen Schweiz entschieden, einer sehr schönen und oft verkannten Ecke, den Katzstein. Er ist ein größeres Bergmassiv und vollständig bewaldet 444m ü. NN, aber mit schönen Aussichtspunkten.  Für den Aufstieg  wählte ich den nach meinem persönlichem Empfinden schöneren Ostaufstieg. Hier kommt man vorbei ein einer Tafel, dem letzten Wilderer zu Gedenken, welcher 1887 erschossen wurde. So soll er ausgesehen haben oder das Bild eines Wilderers hat sich so in der Phantasie der Menschen festgesetzt.


Dann führte mich der Weg weiter über Eisenleitern hinauf zum nördlichsten Punkt des Berges, das Signal. Da sich hier ein "Fast-Rundum-Panorama" zeigt, wurde der Punkt zum Waldbrandwachpunkt des einstigen staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Königstein. Heute war allerdings die Sicht diesig und der Ausblick nicht sehr weit, aber deswegen trotzdem schön. 


Mitten auf dem Katzstein befindet sich ein der Katzfels. Ein Fels von ca 30m Höhe und einem  2 Quadratmeter kleinem Aussichtsplateau, welches man bequem über eine Eisenleiter erreicht.


Der Name Katzfels ist dem früheren steten Wildkatzenvorkommen geschuldet. Aber bereits im Jahre 1809 wurde die letzte ihrer Art erlegt. Heute zeugt einzig die Wetterfahne von den berühmten Vorfahren. 


Am Fuße des Felsen ließ ich eine fröhliche Gruppe picknickender Menschen hinter mir und folgte dem Weg zur Schneebergaussicht. Allerdings war die Sicht heut so sehr verwaschen, dass der Hohe Schneeberg (der höchste Berg des Elbsandsteingebirges, ein recht markanter Gipfel im böhmischen Nachbarland) nichtmal ansatzweise zu erkennen war. So schritt ich weiter und erreichte bald den Rotstein. Ein etwas größerer dreiteilig zerklüfteter Felsbrocken mitten im Wald. Trotz seiner geringen Höhe wird er als Klettergipfel genutzt und der Rotsteinkegel beherbergt auch auch Gipfelbuch. 


Nachdem ich mir hier eine erste kleine Teepause gönnte, steuerte ich nun auf den Wurzelweg zu. Hm, der Wurzelweg......wenn man diesen Namen hört, hat sicher jeder die Vorstellung eines kleinen Pfades durchwachsen mit knorrigen Baumwurzeln. Doch weit gefehlt. Die gut angelegte Forststrasse entlockt mir jedesmal ein Schmunzeln. 


Aber auch Forststrassen haben ihr Gutes, besonders an solchen Stellen.......Ein Duft, ich konnte mich wieder kaum satt schnuppern......


Die ganze Zeit begleitete mich nur das Gezwitscher der Vögel und so war diese einsame Picknickbank wie für mich gemacht. Hier verspeiste ich mein Pausenbrot und beobachtete in unmittelbarer Nähe ein paar recht aufgeregte kleine Meisen, die wie wild um ihren Nistplatz spektakelten. 



Nach einer langen Pause von einer knappen Stunde steuerte ich mein letztes Ziel für heut an, den Spitzstein. Über eine Leiter und ein paar Stufen erreicht man schnell einen schönen ruhigen Aussichtspunkt, den ich mir auch heut nur mit einer flotten älteren Dame und deren Enkel teilen musste. 


Nun war der Weg zu meinem Hexenbesen nicht mehr weit. Aus dem Wald kommend genoss ich nochmal einen sehr verwaschenen Blick auf das idyllisch gelegene Dörfchen Cunnersdorf, hatte ein kleine Wanderung von 12 km hinter mir und freute mich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, trotz des Osterfeiertages ein Fleckchen im Gebirge gefunden zu haben, was ich für mich genießen konnte.



Kommentare:

  1. Oh ja, der Geruch von Holz hat schon was, da atme ich auch immer gaaanz tief ein.
    Die Tour sieht insgesamt sehr schön aus.
    Mein Problem wäre nur so eine *schluck* hohe Leiter hinaufzusteigen um auf der kleinen Plattform die Aussicht zu genießen...
    Gruß aus Bonn Angelica

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  2. Hallo Angelica,
    Ja der Duft des frischen Holzes ist etwas ganz Besonderes!
    Und mit den Leitern, ist hier überhaupt nicht dramatisch, haben alle Geländer, gehen nicht ganz senkrecht hinauf und haben kleine Stufen statt Sprossen :-D .... wäre doch mal eine kleine Herausforderung ;-)
    Viele Grüße
    Conny

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