Sonntag, 11. März 2012

Belvedere (04.März 2012)

Als ich heut früh die Augen aufschlug und dann noch einen Blick aus dem Fenster riskierte, stellte ich fest, dass es heut keine morgendliche Sonne geben wird. Aber nichts desto trotz sprang ich aus den Federn und schnürrte mein Ränzlein, nein den Rucksack und los ging es. 

Es war noch früh am Tag und heute hatte ich auf meiner Wanderung zwei Begleiter. Nachdem wir uns getroffen, hatten fuhren wir recht zügig nach Schmilka, parkten dort das Auto und starten in unseren gemeinsamen Wandertag. 

Geplant war eine kleine Wanderung von ca 11km, doch es sollte anders kommen als gedacht. 
Nachdem wir nun ein scheinbar endloses Stück Strasse von Schmilka und durch Herrnskretschen (Hrensko) gelaufen sind, ging es nun endlich in den böhmischen Wald. 
Meine beiden Begleiter hatten heut etwas die Katze im Sack kaufen müssen, denn unser Wanderziel sollte eine Überraschung werden. 
So freute ich mich schon, die Beiden die wildromantische Dürrkamnitzklamm entlang zu führen. Ein wunderschöner, aber bequemer Wanderweg entlang des kleinen Bächleins. Ja wunderschön war er, doch von bequem keine Spur. 


Man konnte schon erkennen, wie lebhaft das kleine Bächlein heut war und dass die Natur nicht sehr zaghaft hier vor einiger Zeit umging. 
Ja nun hieß es das Bächlein überqueren, auch die Wanderzeichen waren exakt angebracht, doch gab es weit und breit keinen Steg mehr. 


Welche Alternativen hatten wir.....umkehren und einen anderen Weg nehmen, nein das kam nicht in Frage. Also suchten wir uns eine geeignete Stelle zur "Flußdurchquerung" und flugs entledigten wir uns der Schuhe und Socken, Hosen hoch gekrempelt und los ging es......hm, ich muss zugeben, es hat ganz schön gezwickt und gezwackt. Sobald die Füsse wieder trocken waren....nein da hatte keiner mehr kalte Füße....so eine kneippsche Anwendung ist einfach nur herrlich. 

 
Diese Hürde genommen, stiefelten wir fröhlich weiter. Doch bereits nach ca 30 m sahen wir es schon. Es sollte eine weiterhin recht abenteuerliche Wanderung werden. Teilweise war der Wanderweg weg gespült oder es galt nicht ganz ungefährliche große, massive Eisflächen zu überqueren. 


Auch wenn es die ein oder andere Hürde zu überwinden galt, blieb uns nicht die Schönheit dieses Tales verborgen.


Langsam lichtete sich der Wald und wir erreichten Elbleiten (Labska Stran) ein kleines Dörfchen in dem die Welt stehen geblieben schien. Nun war es nicht mehr weit, meine bisher gut gehütetes geheimes Tagesziel. Aufgrund zahlreicher Wegweiser erahnten die Beiden nun wo es hin gehen sollte. Am Bevedere angekommen, genossen wir erstmal gemeinsam die Aussicht und den Ort. Trotz sehr dunklem und diesigem Wetter war mir die Überraschung gelungen und ich konnte den Beiden so ein schönes Stückchen in Böhmen zeigen. 

 

So wie nun aber weiter. Meine geplante Runde hätte uns ein kleines Stück durch die Klamm zurück geführt und das wollte und konnte ich meinen beiden Begeleitern nicht zumuten und ich war auch nicht drauf versessen, über die großen Eisflächen zu "krauchen". Also Wanderkarte raus und ein Blick auf die Uhr und so entschieden wir uns gemeinsam, ab dem  nächsten Ziel, für einen  etwas längern aber bequemeren Weg. 
Nun sollte eine schnurrgerade ehemalige Allee vor uns liegen, die zum Schloß Binsdorf (1790 abgebrannt) führte. 


Rechts und links säumten kleine Felsblöcke den Weg. Unseren Überlegungen nach sicher Aufstieghilfen für die berittene adlige Damenwelt vergangener Zeiten.


Langsam hatte sich auch die Wolken gelichtet und die Sonne tat ihr Bestes. Als wir aus dem Wald heraus auf den Arnsdorfer Panoramaweg traten, zeigte sich bereits Arnsdorf (Arnoltice) im Hintergrund mit dem Rosenberg, welchen ich kürzlich erst auf einer anderen schönen Tour mit Freunden erwanderte. 
                                                                                

In Arnsdorf angekommen, legten wir eine kleine Rast ein und statteten der eigentlich sehr schönen aber traurig aussehenden Kirche einen Besuch ab. 


Von Arnsdorf führte uns nun unsere neue Wanderroute nach Jonsdorf (Janov). In diesem kleinen Örtchen bestaunten wir eine ehemalige Windmühle..... 
....ehe uns ein Wanderweg entlang des Feldes, durch den Wald zurück nach Herrnskretschen führte. 


Nun ging es noch ein kleines Stück der Strasse wieder entlang durch den ehemaligen Grenzübergang zurück nach Schmilka und ein schöner Wandertag lag hinter uns, bei dem aus  geplanten 11km 25 geworden sind.


Eines noch..... wieder überzeugten mich zwei Gründe, um einen Wandertag früh zeitig zu starten..... 1. man kann bereits gegen halb fünf schon gemütlich mit einem Glas Wein in der Badewanne liegen oder 2. man hat für Unplanmäßigkeiten jeder Art einen guten Zeitpuffer... 










Kommentare:

  1. Wow. Tolle Tour und schöne Fotos. Die Klamm sieht wirklich sehr spannend aus.
    Also die Badesaison habt Ihr mit Bravour und gekonnt eröffnet ;-)

    Grüße aus Bonn - Angelica

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  2. Danke! Tour ist auch genial. Aber zum Glück konnte man nicht einfangen, wie sehr das Wasser gezwackt hat ;-)

    Viele Grüße zurück!
    Conny

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